Way North

Way North
Icefield Parkway

Freitag, 13. Januar 2017

KW 52/16 - Costa Rica

Nuevo Arenal (La Pequeña Helvecia)
Heute ziehen wir aus dem Hotelzimmer aus und machen alles reisefertig. Mit Stefan bespreche ich noch die Reparatur unseres Esstisches. Als ich wieder zu unserem WOMO gehe, kommt mir ein bunter Haufen entgegen. Die Dame lacht und meint in bestem schweizerdeutsch: «aber nöd würkli usem Thurgau». Monika, Geraldo und Isidro, machen eine «Klassenzusammenkunft», wie sie meint. Monika aus der Schweiz und Isidro aus Brasilien, besuchen ihren Freund Gerardo, der hier Bergbauer ist. Sie wollen zusammen an den Strand, etwas Auspannen. Ihr Gefährt, ein Pickup mit zwei Sitzen und einer Pritsche. Zu dritt, teilen sie sich die zwei Sitze – na toll! Costa Rica fährt, Schweiz sitzt rechts und Brasilien zusammengepfercht in der Mitte – entspricht etwa den natürlichen Proportionen der Länder – ha,ha. Aber sie haben es lustig zusammen. Zuletzt waren sie vor fünf Jahren hier und wollten jetzt einmal kurz vorbeischauen. Wir setzen uns zum Frühstück gemeinsam an den Runden Tisch und geniessen einen unterhaltsamen Morgen.
Im Laufe des Nachmittags bringt uns Stefan den reparierten Tisch. Fantastisch, so gut hat er noch nie funktioniert. Das ausgeschlagene Gelenk ist wieder wie neu und der Tisch steht gerade – handwerklich super gemacht, improvisieren können sie hier. Vielen Dank!
Da die Fahrt durch die Berge viel Zeit in Anspruch nimmt und wir zu spät dran sind, verbringen wir noch eine Nacht in der schönen, kleinen Schweiz von Costa Rica  und geniessen den Abend mit Silena und Stefan.


Nuevo Arenal (La Pequeña Helvecia) – Zarcero
Heute gilt es ernst. By, By «La Pequeña Helvecia», by, by Silena und Stefan. Es war eine schöne Zeit bei Euch, vielen Dank für die Gastfreundschaft.







Die Fahrt durch die Berge ist anstrengend und sehr Zeitraubend. Verwundert stellen wir fest, dass sie hier in den steilsten Hängen Gemüse anbauen, während im Flachland Viehwirtschaft betrieben wird. Für unsere Begriffe eine Verkehrte Welt.
Wie wir in «Zarcero» am Hauptplatz mit dem schönen Park und der Kirche vorbeifahren, halten wir an. Zu schön um vorbei zu fahren. Überall ist viel Betrieb um diese Zeit und es ist nicht leicht, den richtigen Weg und einen Parkplatz zu finden. Erika steigt an der Hauptstrasse aus, ich fahre um die Kirche herum und oberhalb derselben kann ich parkieren. Vor der Kirche treffen wir uns wieder. Deren schön bemalte Blechfassade wird vom Abendlicht wunderbar beleuchtet. Das strukturierte Grau der Kirche harmoniert wunderbar mit dem blauen Himmel. Gemeinsam besichtigen wir die Kirche. Die Sonne scheint direkt durch die bunten Glasfenster und beleuchtet den schön gestalteten Innenraum. Aus der Lautsprecheranlage hallen Weihnachtslieder durch die ganze Kirche, was zusammen eine wunderbare Weihnachtsstimmung ergibt.
Da die Kirche über einen grossen und eingezäunten Parkplatz verfügt, fragen wir, ob wir hier übernachten können. Nach Rücksprache mit dem Chef meinen sie es sei ok. Sie schliessen jedoch um fünf Uhr nachmittags und öffnen erst wieder um sieben Uhr morgens. Für uns ist das ok, wir haben ja alles.

Um fünf Uhr fünfzehn klopft es an der Türe. Der Portier meint ein Gast habe sein Auto noch nicht abgeholt. Er würde gerne das Tor zuziehen, aber noch nicht abschliessen. Ob ich das machen könne, wenn derjenige sein Auto abgeholt hat. Ich sage zu, schon habe ich das schwere Schloss des Tors in der Hand und er macht Feierabend.
Etwa eine Stunde später steht ein konsternierter Herr vor dem Tor und schaut auf sein Auto. Er ist so deprimiert und «geschwächt» dass er das nicht versperrte Tor nicht mal aufbringt. Ich gehe zum Tor, mache auf und erlöse den armen Kerl von seiner Pein. Überglücklich rollt er aus dem Areal. Ich schliesse das Tor und hänge das Vorhängeschloss vor - Gute Nacht!


Zarcero – Cafe Tarrazu (an der Interamericana, nähe Santa Maria)
Von «Zarcero» aus fahren wir zum Vulcan «Poás» hoch. Viele kleine Strässchen sorgen für Verwirrung, aber es geht stetig bergauf. Die Bergspitze ist in Nebel gehüllt, was uns nicht speziell irritiert. Leider ziehen wieder Gewitterwolken auf und zwei Kilometer vor dem Parkeingang, kommen wir hinter einer Fahrzeugkolonne, zum Stehen – nicht Lustig. Wir warten mal ab, haben ja alles dabei und machen zuerst etwas Lunch. Viele Autofahrer drehen um, wir halten noch dreissig Minuten aus und entscheiden dann trotzdem umzukehren. Schlechtes Wetter und kein Vorwärtskommen sind keine guten Aussichten. Wir wenden, fahren Richtung «San Gerardo de Dota» und gehen den «Quetzal suchen.

Über Facebook habe ich Stéphane Dähler (Swiss Tropical Tourism, www.dahelercostarica.com) kennen gelernt. Er hat uns angeboten, den Quetzal zu suchen. Eine gute Möglichkeit dafür gibt es in der «Savegre Lodge» in «San Gerardo de Dota». Über ihn haben wir die Möglichkeit bekommen, ausnahmsweise mit unserem WOMO in der Lodge unter zu kommen. Super Stéphane, vielen Dank!

Auf dem Weg dahin, besuchen wir noch das «Haus des Kaffees», dessen Plantage und passieren die Stadt «San Jose». Hier herrscht wieder unglaublich viel Verkehr. Anschliessend geht es in die Berge hoch. Unser «Kleiner» schnauft wieder ganz kräftig. Es ist steil und dementsprechend schnell (20-40 km/h) sind wir unterwegs. In den Bergen stürmt es. Heftiger Wind und kräftige Regenschauer schütteln unseren «Kleinen» durch. Man sieht kaum noch die Hand vor Augen und so beschliessen wir, vor einem Kaffee zu parken und zu übernachten. Der Platz ist exponiert und wir werden mehr oder weniger Sanft in den Schlaf gewiegt.


Cafe Tarrazu – San Gerardo de Dota
Am Morgen ist es klar und wir fahren bei schönem Wetter weiter bis zum Abzweiger nach San Gerardo de Dota. Dort biegen wir in eine Kiesstrasse ein und haben ca. elf Kilometer bis zur Lodge zu fahren. Eigentlich haben wir erwartet es geht bergauf, stattdessen geht es bergab – und wie!
Die Strasse wird immer enger und steiler. Wir werden von Pickups und Jeeps, alle mit 4x4 überholt. Auf halber Höhe schliessen wir zu einem PW auf. Er getraut sich kaum weiter zu fahren und signalisiert, wir sollen überholen. Machen wir, auch wenn es eng ist, wir können stellenweise eh nur im ersten Gang, Motorbremse und Fussbremse auf Anschlag, runterfahren – gewaltig. Ich bin froh, sind wir endlich unten und können die Bremsen wieder etwas abkühlen lassen. Der Weg zur Lodge zieht sich dann noch ein ganzes Stück hin.
Im Gegensatz zum Bergkamm, ist hier unten schönes Wetter, wir sind erstaunt.
Nun noch über die Brücke fahren und schon sind wir in der Lodge. Wir werden freundlich in Empfang genommen und als wir erklären wer wir sind, wird uns der bestmögliche Stellplatz zugeteilt. Hervorragender Service, auch bei der Bezahlung, alle haben üblicherweise eine Kabinen-Nummer, für uns wird ein Konto auf unseren Namen eröffnet, speditiv und unkompliziert. Sowas haben wir selten erlebt. Ganz grosse Klasse.
Nachdem wir uns eingerichtet haben, machen wir einen Rundgang durch die Parkanlage in der Lodge. Wunderschön gestaltet, mit den unterschiedlichsten Blumen und Früchten bestückt, ideal für all die Vögel die hier leben. Dementsprechend viele gefiederte Freunde trifft man überall an. Wir buchen für morgen früh die «Quetzal-Tour», nehmen einen kleinen Drink und machen uns auf, zu einer vierstündigen Tour (mittlere Strecke), den Hang hoch. Wir geniessen es, wieder einmal die Beine zu vertreten und bei dem schönen Wetter zu fotografieren.
Im Waldstück oberhalb der Lodge haben wir überraschender Weise die erste, wunderbare Begegnung mit dem «Quetzal». Auf einmal ist er da, fliegt hoch, schnappt sich eine Frucht und kehrt zum Ast zurück. Das ganze wiederholt er dreimal, bevor er im Unterholz verschwindet. Ein wunderschöner und spezieller Vogel. Trotz der bunten und langen Federn, ist er im Dschungel, für ein ungeübtes Auge kaum sichtbar. Was für ein Glück, eigentlich könnten wir schon wieder abreisen. Was wir natürlich nicht machen.
Wir kehren zur Lodge zurück, machen uns fertig für den Ausgang, gehen an die Bar und dann zum Nachtessen. Ein herrliches und vielseitiges Buffet, dass sie hier haben.
Gesättigt und müde kehren wir zu unserem «Kleinen» zurück und fallen in die Kojen.


Freitagmorgen, der Wecker läutet, was für ein unübliches Geräusch. Es ist vier Uhr dreissig, raus aus den Federn, Schlaf aus den Augen gewischt, packen und ab zum Treffpunkt. Mit einem Guide, Fernrohr und noch zwei Passagieren geht es im 4x4 den Berg hoch. In einer Kurve halten wir an, steigen aus und warten. Ein eiskalter Wind fegt durch das Tal. Schwierige Bedingungen um den Quetzal zu finden. Immer mehr Führungen bzw. Touristen tauchen hier auf und wollen mit sehen. Es dauert auch entsprechend lange, wir wollten schon weiter, als ein Quetzal-Pärchen auftaucht, kurz Früchte (Avocados) stibitzen und wieder im Unterholz verschwinden. Sie tauchen nicht mehr auf, es ist offensichtlich viel zu viel Betrieb.
Wir fahren weiter und beim nächsten Spot werden wir relativ schnell fündig. Hier sehen wir insgesamt sechs Quetzals, Männchen, Weibchen und einen Jungvogel. Sie wechseln immer wieder die Standorte und wir verschieben uns zu Fuss den Berg hoch und runter. Zufrieden und mit ein paar speziellen Bildern im Gepäck, kehren wir halb durchgefroren zur Lodge zurück.
Jetzt schmeckt das Frühstück besonders gut. Das Buffet ist reichlich gedeckt und hat für jeden was Passendes. Wir geniessen hier ganz besonders die Früchte, die frisch und vor allem reif angeboten werden.
Den Tag verbringen wir in und um die Lodge. Ein Paradies für Vogelfreunde. Alle spazieren hier mit Feldstecher und Fotoapparat umher. Schikimikis gibt es hier praktisch keine. Alle haben gute Schuhe und meistens Trekking Kleidung an, sei es an der Bar oder zum Abendessen. Wir fallen also nicht speziell auf – gut so.




Es ist wieder mal Samstag, viele reisen ab, Neue kommen an. Ausnahmsweise ist es heute sehr regnerisch. Das heisst wir können getrost im WOMO ausspannen, etwas lesen, Fotos bearbeiten in der Bar, skypen und dazwischen im Garten den Kolibris und Eidechsen zuschauen.
Heute Abend gibt es ein Festtagsbuffet wie mir der belgische Koch verspricht. Er ist auch viel gereist und jetzt seit 32 Jahren in Costa Rica. Ich bin mal gespannt. Auch Livemusik ist angesagt.
Bei so viel Speis und Trank muss man vorbeugen. Als es schont, machen wir einen Spaziergang, der prompt im Regenschauer endet. Pudel nass kommen wir wieder zum WOMO zurück, rein ins Trockene und raus aus den nassen Klamotten. Innert Kürze sind die Scheiben beschlagen – wahnsinns Klima.
Wir machen uns fertig für den speziellen Abend, machen noch einen Loup über die Bar und finden etwas später alles wie angekündigt. Ein ausgiebiges Vorspeisenbuffet, feine Braten, frische Forelle aus hiesiger Fischzucht (Bergbach), viel Gemüse und viiiiiiel Dessert. Da nützen alle guten Vorsätze nichts mehr.










San Gerardo de Dota – Santa Maria de Dota
Oh Wunder, ein neues Jahr ist angebrochen und alles ist noch beim alten. Wir haben gut geschlafen, nehmen viele neue Eindrücke, noch mehr Fotos und ein paar Kilo mehr, mit auf unsere Weiterreise. Ein guter Start ins neue Jahr.
Ohne ein spezielles Kaffeeerlebnis wollen wir Costa Rica nicht verlassen. So machen wir noch eine Runde über «Santa Maria de Dota». Aus dieser Region kommen ein paar der bekanntesten und besten Kaffees. Wir fahren ein ganzes Stück zurück und dann wieder in ein Seitental hinunter. Die Bremsen laufen wieder heiss, allerdings nicht ganz so schlimm.
Es ist ruhig im Dorf, alles ist geschlossen bis auf die Chinesenläden. Vor der Kirche und neben dem Park stellen wir unseren «Kleinen» ab und machen zu Fuss eine Platzrunde. Das Kaff ist wie ausgestorben, nichts los. Wir fragen uns, ob wir gleich wieder abreisen sollen?
Wie wir zu unserem WOMO zurückkommen, treffen wir Vincente, der auf der Parkbank sitzt und unseren «Kleinen» fotografiert.
Wir reden fast eine Stunde mit ihm und erfahren, dass heute alles ausser den Chinesen einem Kaffee und einer Beitz, zwei Kilometer ausserhalb, geschlossen hat. Er wohne nur hundert Meter um die Ecke im kleinen grünen Haus, wir könnten zu ihm kommen, wenn wir wollen. Er habe auch Avocados für uns. Wenn wir wollen, organisiere er auch eine Kaffeetour.
Wir entscheiden uns zuerst zur Beitz und dem schönen Wasserfall zu fahren. Dort angekommen, wollen sie uns zuerst nicht die steile Abfahrt hinunterfahren lassen. Ich steige aus, schau mir das Ganze zu Fuss, von oben an, und entscheide runter zu fahren. Die Einweiser sind sich nicht einig und machen mit den PW’s ein riesen Puff, so kommt es, dass wir auf halber Höhe parkieren und runter laufen.
Dies hier ist ein Ausflugsziel für einheimisch, ähnlich wie bei uns die «Tössegg» oder Andere Aussichtspunkte, die jeweils am Wochenende von Eiheimischen, geflutet werden. Genauso ist es hier. Wir sind natürlich wieder einmal die einzigen Ausländer. Ab und zu ein schräger oder misstrauischer Blick, aber sonst ist alles in Ordnung. Wir essen etwas und ziehen weiter. Dieser Platz scheint uns nicht geeignet zum Übernachten.
Wie wir zum WOMO zurück kommen erleben wir eine Überraschung. Mein Seitenfenster ist offen und auf dem Fahrersitz liegt ein Sack mit Avocados, Zitronen, Pfefferschotten. Wer hat das gebracht? Ich schaue mich um, nichts und niemand.
Wir fahren ins Dorf zu Vincente und vereinbaren eine Kaffeetour.
Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, dass er der Überbringer dieses Präsents war. Wir trinken gemeinsam ein Bier auf der Veranda und tauschen ein paar Lebenserfahrungen aus. Leute die vorbeigehen und Grüssen werden hereingebeten, wir werden vorgestellt und gemeinsam plaudern wir. So vergeht ein interessanter Abend auf der Terrasse von Vincente.
Es ist schon dunkel, als wir zu einem weiteren Anwesen von Vincente laufen. Er will uns sein Haus zeigen, dass er gerade renoviert und aus dem er ein Hostel machen möchte. Er fragt ob es uns gefällt und was, aus unserer Sicht als Reisende, noch eingebaut werden sollte. Wir geben den einen oder anderen Tipp ab und sind gespannt wie es hier weitergeht.
Nun ist es aber definitiv Zeit zum Schlafen. Wir machen noch zum gemeinsamen Frühstück ab. Und gehen um die Ecke zu unserem WOMO, dass wir in der Nebenstrasse, am Strassenrand abgestellt haben. Hier übernachten wir. Vincente hat uns mehrmals versichert es sei ruhig und sicher – soo herrlich.
 

Montag, 9. Januar 2017

KW 51/16 - Nicaragua / Costa Rica

León – Playa La Virgin
Nach dem Frühstück spazieren wir ins Stadtzentrum, das sind
gerade mal 3 Minuten zu Fuss. Auf dem Hauptplatz haben sie mehrere, unterschiedliche Krippen aufgestellt. Diese und auch diejenige in der Kirche sind wunderbar gestaltet und ein Genuss für die Augen. Anschliessend spazieren wir durch den lokalen Markt, bevor unsere Reise weitergeht.
Heute wollen wir bis kurz vor die Grenze fahren. Wir machen einen Abstecher an die Küste und fahren über «Masachapa». Die Strassen in Nicaragua sind hervorragend und hierher ist sie sogar «geplättelt» - verrückt. 










Nach einem kleinen Mittagessen ziehen wir weiter. Es macht uns nicht an, hier zu übernachten. Wir fahren wieder Bergwärts auf einer kleinen Kammstrasse, ähnlich der «Route des Crêtes»  im Elsass. Die Aussicht ist herrlich. So zieht sich die Fahrt in die Länge und es wird bereits dunkel. Da wir keinen geeigneten Platz finden, fahren wir durch bis «La Virgin». Es ist Nacht, als wir an der Bar «Riviera Maya» fragen, ob wir davor, an der Stichstrasse zum See, parkieren und übernachten können. Sie meinen es sei kein Problem, also stellen wir unseren Wagen hin und gehen ein Bier trinken. Ausser uns sind zurzeit keine Gäste anwesend.
Im Laufe des Abends kommen dann doch noch welche vorbei, auch der Mann unserer Gastgeberin
trifft ein. Mayaris und Jairo, so heissen die beiden, haben eine schöne und gepflegte Bar gemacht. Der Windschutz vor der verlängerten Terrasse ist heute wunderbar, es stürmt wie verrückt, aber an der Bar, bzw. im Restaurant ist es angenehm ruhig, obwohl alles offen ist. Wir fragen nach lokalen Spezialitäten, probieren den «Flor de Caña» (feiner, lokaler Rum) und den Drink den sie uns daraus mixen - sooo lecker. Wir wollen uns eigentlich verabschieden und zu Bett gehen, da stellen sie uns einen Krevetten-Cocktail hin und meinen, dies sind die Früchte unseres Sees, die müssen wir auch noch probieren. Selbstverständlich noch ein Bier dazu. An diesem Abend haben wir dreimal «buonas noches» gesagt und immer wieder stand etwas auf dem Tresen.
Es war ein wunderbarer und in jeder Hinsicht «stürmischer» Abend – Danke euch beiden.



Playa La Virgen (Nicaragua) – Santa Rosa (Costa Rica)
Es war eine windige Nacht, aber wir haben geschlafen wie die Murmeltiere.
Heute machen wir uns auf zur Grenze. Wieder dasselbe Prozedere. Zuerst auf der Gegenfahrbahn an all den LKWs vorbei. Anstehen zum Ab- und Anmelden, dazwischen die verschiedenen Kontrollen. Auch hier finden wir tolle Menschen. Beim Schalter zum Anmelden der Fahrzeuge ist zuerst nichts los und als wir hin kommen ein Gedränge. Es liegt schon ein Stapel (wartende LKWs) Papiere auf dem Tresen und der Beamte macht nicht vorwärts. Wir stehen hinten an, als dann noch mehrere Damen und Herren mit stapelweise Papieren vordrängen, wehrt sich eine Einheimische, für uns. Sie war sprachlich eingeschränkt aber hat mit einer solchen Vehemenz klar gemacht, dass wir jetzt an der Reihe sind, dass selbst der Beamte hinter dem Tresen aufgewacht ist und innert Minuten, wenn nicht Sekunden, unsere Papiere abgefertigt hat – vielen Dank, nette Unbekannte!
Von Costa Rica haben wir eigentlich nur gutes gehört, umso überraschter waren wir, als wir für die obligatorische Versicherung stundenlang anstehen mussten. Es war präzise ein Schalter offen – lausig.
Wir fahren noch bis zum Naturschutzgebiet von «Santa Rosa» und übernachten alleine im Dschungel. Obwohl eigentlich die trockene Jahreszeit begonnen hat, ist es regnerisch, nass und dreckig. Ich mache trotzdem eine kleine Platzrunde und kann die einen oder anderen interessanten Kreaturen entdecken.



Santa Rosa – Las Cañas
Währen dem Frühstück ziehen Rehe am WOMO vorbei und ich
kann den Kampf einer Tarantel mit einer Wespe beobachten – faszinierend.
Trotzdem fahren wir weiter bis kurz vor «Las Cañas», wo wir in der «Finca las Pumas», der Familie Hagnauer (Schweizer) übernachten. Seine Frau ist Costaricanerin und hat nach einem Rezept der Schweizer Schwiegermutter, «Weihnachts-Guetzli» gemacht – fast wie zu Hause.


Las Cañas – Nuevo Arenal (La Pequeña Helvecia)
Momentan haben wir genug Touren gemacht und deshalb fahren wir heute weiter zum Arenal See. Obwohl die Wetterprognosen schlecht sind und schwere Gewitterwolken über der Region hängen, haben wir beschlossen «La Pequeña Helvecia» zu besuchen.
Wir haben Glück. Trotz gelegentlichen Regenschauern zwischendurch, haben wir schönes Wetter und
die Tour durch die Hügel und dem See entlang sind bis auf die Schlaglöcher wunderbar. Eine Bierdegustation bei der «Microbrewery La Huerta» am Lake «Arenal», ein Zwischenstopp bei der Deutschen Bäckerei und anschliessend ab in die «Heimat».

Es ist unglaublich, wie wir in «La Pequeña Helvecia» einfahren, sind wir
wirklich in der Schweiz. Das Hotel, der Kuhstall, das muhen der Kühe, der Geschmack nach Landwirtschaft, die Chalets, das Kirchlein und die Bahnstation mit dem Bernina-Express, wecken wunderbare Erinnerungen an zu Hause.
Kellner «Julio» begrüsst uns im «Sennechuteli» und hätte er dies auf Schweizerdeutsch gemacht, hätte uns dies nicht überrascht. Aber das Motte hier ist klar, zwei Helden (siehe Hausfassade), zwei Länder (Schweiz – Costa Rica) und offensichtlich harmoniert dies wunderbar. Wir parkieren vor dem Hotel und übernachten im Bus, können jedoch die Toiletten und den Swimmingpool benützen – super!
Wir drehen eine Platzrunde zu Fuss, geniessen den Sonnenuntergang, die Aussicht vom Kirchlein auf den See und die «Alm», bevor wir vom Regen in die Beiz «geschwemmt» werden.

Seit langem geniessen wir wieder einmal eine Fleischplatte mit Original Emmentaler, nach Schweizer Art – einfach nur gut.




Es ist Freitag und wir besuchen den «Arenal Hanging Bridges Park» (Mistico). Wir fahren bis zur Staumauer am Ende des Sees. Dann geht es links hinunter in die Tiefe und anschliessend steil den Berg hinauf. Unser «Kleiner» muss gewaltig ackern, damit er den Berg hinaufkommt. Beim Eingang bleibt die Schranke vorerst unten, der Security ist hell begeistert von unserem «Oldtimer», muss zuerst eine Runde drehen und seine Fragen dazu loswerden – herrlich, mit dem haben wir zuletzt gerechnet, ein richtiger Klassik Fan.
Endlich oben angekommen, starten wir unseren Rundgang. Es gibt hier verschiedene Wege durch den Park, die über diverse kleinere und grössere Hängebrücken führen. Nicht gerade dass, was Erika liebt. Aber sie geht tapfer voran. Schon am Eingang können wir ein Faultier aus der Ferne und eine Familie Nasenbären aus der Nähe bestaunen. Die Wege sind gut, führen durch den Blumengarten, den Regenwald, am Wasserfall vorbei und über unzählige Hängebrücken wieder zurück auf die Aussichtsplattform. Unterwegs finden wir interessante Spinnen, bunte Vögel, schöne Blumen und sonst noch einige interessanten Sachen. Kurz vor der Aussichtsplattform haben wir die Gelegenheit, das Faultier aus der Nähe zu beobachten. Erstaunlich, wenn es sich bewegt, wie schnell es in den Bäumen vorwärts kommt. Man hat direkt Mühe mit der Kamera zu folgen. Eine faszinierende Kreatur, die mit ihrem «Smile» im Gesicht und der Ruhigen Art, eine unglaubliche Zufriedenheit ausströmt.

«Häppy» kehren wir wieder zum Hotel «Los Heroes» zurück. Heute ist Silena, die Chefin wieder zurückgekehrt und wir treffen sie auf dem Parkplatz. Sie meint sie habe noch Zimmer frei und wir sollten in einem Zimmer und nicht im WOMO auf dem Parkplatz übernachten.
Nachtessen gibt es nochmals im WOMO, da wir erst frisch eingekauft haben und die Sachen nicht verderben lassen wollen.
Anschliessend ziehen wir in ein Zimmer und geniessen die Feiertage mit etwas mehr Komfort.
Den Abend lassen wir mit einem Kaffee und einem echten «Appenzeller» ausklingen.


Nach einem gemütlichen Frühstück, nutzen wir das schöne Wetter. Eigentlich wollten wir mit dem Bähnchen zum Drehrestaurant hochfahren. Dies ist aber heute unplanmässig früh gestartet. Auf das nächste warten wollen wir nicht und so wandern wir den Berg hoch zum Restaurant «Rondorama».
Der Ausblick von der Terrasse über den See, die Rinderweiden, den Urwald und den «Volcano Arenal» (1670 müM) ist wunderbar. Wir geniessen die zweite Runde im Drehrestaurant, dass in 45 Minuten eine 360 Grad Drehung macht. Es quietscht und ruckelt aber es geht stetig rundherum. Faszinierend, was Franz Ullrich mit seinen Leuten hier hingestellt hat.
Auch heute Nachmittag ziehen wieder Wolken auf. Wir machen uns auf den Weg und hoffen die Zeit reicht bis ins Tal. Leider nicht ganz. Es beginnt leicht zu regnen und schont auch gleich wieder. Wir kommen gerade zum Hotel zurück, als es massiv zu regnen beginnt – Glück gehabt.
Heute gibt es ein besonderes Nachtessen, es ist ja schliesslich Heilig Abend. Wir haben uns für ein Original Emmentaler Käsefondue entschieden. Dazu einen Kirsch und einen Weisswein – soooo guet!



Heute Sonntag, den 25. Dezember 2016, holen wir die Bahnfahrt nach. Fast wie mit unseren «Zugvögeln», damals in der Schweiz, fahren wir die Strecke des «Bernina-Express», diesmal jedoch nicht via Bernina und Italien, sondern «nur» bis zum Restaurant «Rondorama» – schöne Erinnerungen kommen auf.
Auch wenn es giesst wie aus Kübeln, geniessen wir den Tag und wünschen allen frohe Weihnachten!

Samstag, 24. Dezember 2016

Frohi Fästtäg!

Laguna Arenal, La Pequeña Helvecia / Costa Rica

Herzlichi Grüess, frohi Wiehnachte und en gute Rutsch is neue Jahr, us «La Pequeña Helvecia» (de chline Schwiiz / Costa Rica!

Herzliche Grüsse, Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr aus «La Pequeña Helvecia» (der kleinen Schweiz) / Costa Rica!

Saludos cordiales, Feliz Navidad y un Feliz Año Nuevo a partir de "La Pequeña Helvecia" / Costa Rica!


Best wishes, Merry Christmas and a Happy New Year from "La Pequeña Helvecia" (small Switzerland) / Costa Rica!





Donnerstag, 22. Dezember 2016

KW 50/16 - Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica

Flores – Rio Dulce
Heute fahren wir mit dem Dreirad über die Brücke und sammeln Guatemala-Erfahrungen in der Stadt. Hier haben sie sogar einen Solarpanel-Shop. Leider finden wir auch hier nicht die passende Grösse, also lassen wir es bleiben. Wir kaufen Gemüse und fahren
zurück zum Camping. Während wir auf die Wäsche warten skypen und mailen wir. Und selbstverständlich müssen wir unsere Route durch die «Schwierigen Länder» etwas abstecken. Im Laufe des Tages treffen neue Nachbarn ein. Karin und Andy haben ihren Weg hierher gefunden.
Sie haben einen Tipp bekommen und wollen Morgen mit dem Boot nach Livingston. Dieses Städtchen liegt am Meer und ist nur per Boot erreichbar. Die Flussfahrt dahin soll auch speziell sein. Wir überlegen und sagen schliesslich zu. So habe ich am Nachmittag noch Zeit, den Reifen flicken zu lassen.


Rio Dulce
Um halb Neun werden wir von unserem Bootsführer Alexis, abgeholt. Zuerst fahren wir flussaufwärts bis zum «Castillo San Felipe». Dies wurde zum Schutz der am See liegenden Handelsstation errichtet. Piraten plünderten diese regelmässig. Auch der bekannte Francis Drake, der im Auftrage seiner Majestät der Queen von England unterwegs war, hat hier gewirkt bzw. geplündert.
Nach dem geschichtlichen Teil machen wir eine Kehrtwende und fahren nun den «Rio Dulce» hinunter zur Küste. Wir passieren erneut die Stadt und die Marinas von «Rio Dulce». Dieser Hafen ist während der Hurrikan Saison eine sichere Zuflucht für Weltensegler. Dank dem Berg vor der Küste, gibt es hier keine Hurrikane und die Boote liegen sicher vor Anker. Der Fluss ist relativ breit und an den Ufern stehen kleinere und grössere Häuser und Anwesen, mit den dazu passenden Booten aus aller Welt. Weiter unten mündet er in den «Lago El Golfete». 
Am Ende des Sees gibt es viele enge und dicht bewachsene Kanäle, an denen die Einheimischen, darunter viele Maya wohnen. Viele Vögel, Schildkröten und andere Viecher sind hier zu Hause und können wir teilweise aus nächster Nähe beobachten.








Weiter geht die Fahrt durch einen Canyon mit steilen Felswänden und tropisch bewaldeten Steilhängen. Auf den Bäumen liegen die «Grünen Leguane» und sonnen sich. Kurz vor Livingston weitet sich der Fluss und mündet schliesslich in die Karibische See. Wir kurven zwischen den hier vor Anker liegenden Weltenseglern hindurch und legen in Livingston an.

Die Stadt hält nicht was der Reiseführer verspricht. Aber die Mischung der hier lebenden Bevölkerung ist interessant. Nach einem kleinen Stadtrundgang und einem Drink geht es zum Boot zurück. Beim Auslaufen entdecken wir das uns bekannte Dreiländereck. Drei Segelboote aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, gleich nebeneinander. Wir sagen den Schweizern kurz Hallo und lassen uns den Kontakt geben. Sie wollen wieder zurücksegeln und ein Platz wäre noch frei. Andy hätte grosse Lust – mal sehen.
Auf der Rückfahrt machen wir bei der heissen Quelle halt, bestellen was zu essen und während es in der Küche gart, garen wir in der heissen Quelle.
Frisch gestärkt passieren wir erneut den Canyon. Bootsführer Alexis zeigt uns seine Lieblingsstelle im Fluss. Nebst den überhängenden Felsen, hängt hier auch ein Schlauch von der Wand. Dies ist die Quelle für die ganze Gegend. Alle Einheimischen holen hier mit dem Boot ihr Wasser – unglaublich!
Wieder zurück in der Marina gibt’s abends noch ein Essen im Restaurant. Einmal in der Woche kocht hier eine belgische Seglerin (Oma) um ihre Segelkollegen zusammen zu bringen – und sie kommen alle.




Rio Dulce – San Jacinto
Reifen flicken zum zweiten. Ich habe in weiser Voraussicht den geflickten Reifen gleich wieder montiert. Und so stellen wir heute Morgen fest, er verliert immer noch Luft. Also nochmals Reifen wechseln. Diesmal ersetzen wir den Schlauch und mit Verspätung machen wir uns auf den Weg.
Wir fahren noch bis San Jacinto, tanken an der Shell Tankstelle «Los Mangos» und schlagen gleich hier, unser Nachtlager auf. Noch eine Würfelrunde in der kühlen Nachtbriese und dann ab ins Bett.


San Jacinto (Gutatemala) – Ahuachapán (El Salvador)
Am Morgen taucht Donald, der Besitzer der Tankstelle auf. Er ist Guatemalteke, in New York aufgewachsen und versucht jetzt sein Glück mit dieser Tankstelle, kurz vor dem Grenzübergang zu «El Salvador». Er plant weiter ein Restaurant zu bauen, die Fundamente und der Rahmen stehen schon – interessant.
Wir tauschen ein paar Tipps aus wie er dieselbe für Camper interessant machen kann und werden
dieselbe auch in «ioverlander» erfassen. Als Abschiedsgeschenk gibt es noch eine Shell-Käppi und dann machen wir uns auf zur Grenze.
Die Strasse ist sehr belebt, viele Lastwagen und PW’s. Als wir Richtung «El Salvador» abzweigen, nimmt der Verkehr massiv ab. Wir sind schon erleichtert, als vor uns, eine Lastwagenkolone unsere Strassenseite blockiert – schon an der Grenze!?
Eigentlich fehlen noch ein paar Kilometer, also passiere ich die LKW’s auf der Gegenfahrbahn, immer Ausschau haltend nach Gegenverkehr. Es wird ein Spiessrutenlauf aber am Schluss erreichen wir die Grenze. Alle LKW’s warten auf ihre Abfertigung – absolut verrückt.
Der Zoll ist modern ausgerüstet mit PC, Scanner, Kopierer, auch eine moderne Röntgenanlage für LKW’s ist vorhanden. Verrückter Weise, müssen jedoch alle ihre vom Zoll angefertigten Unterlagen im Kopiershop ausserhalb des Zolls kopieren lassen (beidseits der Grenze) und wieder zurückbringen um sie stempeln und abzuzeichnen zu lassen. Auch so kann man Geschäfte machen.
Ansonsten ist die Abwicklung einfach und wir sind in unserem normalen zweistunden Rhythmus über die Grenze. Bei der Einreise misst ein Arzt die Temperatur des Fahrers, der Beifahrer – ist offensichtlich nicht «krank». Wir schmunzeln und fahren weiter bis zu den «Termales de Santa Teresa». Kurz vor dem Ziel werden wir an einer Polizeikontrolle angehalten und überprüft. Die Leute sind freundlich, lachen und meinen zur offenen Fahrertüre – Clima? Si, claro!
Kurz danach biegen wir in die Zufahrt zu den heissen Quellen ein. Die Strasse wird immer Schlechter und kurz vor dem Ziel, ist sie schon bald nur noch 4x4 gängig. Trotzdem kommen uns immer wieder PW’s und sogar grosse Reisebusse entgegen.
Bei den Thermales angekommen, wollen sie uns zuerst auf dem Parkplatz übernachten lassen. Erst als wir uns beim Empfang anmelden, meint dieser, er habe für uns einen extra geraden und ruhigen Platz. Ich steige nochmals ein, fahre durch die ganze Hotelanlage und hinter dem Haus nochmals eine holprige Strasse hoch auf das zweite «Parkdeck». Hier sind wir für uns und können trotzdem die ganze Anlage nutzen.
Es sind über 30 Heisswasserbecken und Pools und einige Schwitzhütten über die ganze Anlage
verteilt. Heute erholen wir uns von der Fahrerei und den Zollstrapazen. Ich
lasse mich zuerst in der Schwitzhütte Vorgaren, mache anschliessend eine Schlammpackung, dann fertiggaren und anschliessend abspülen – das tut gut und gibt eine Haut wie ein Baby Popo.
Wie geniessen die unterschiedlich temperierten Becken, speziell dasjenige, in Dem Erika im heissen Teil und ich im kälteren liegen und gegenseitig plaudern können. Der Sonnenuntergang ist ein Schauspiel erster Güte und das Farbenspiel am Himmel kann jeder Farbtherapie das Wasser reichen. Heute gehen wir unglaublich «gesund» und erholt zu Bett und dies alles in «El Salvador», wo die meisten so schnell wie möglich durchfahren.


Ahuachapán– El Triunfo
Es ist Blütezeit und so fahren wir die hier bekannte «Rutas de las Flores» von «Ahuachapán» nach «Sonsonate». Seit langem finden wir wieder einmal Aussichtsplattformen und Parkplätze um die Gegend zu geniessen. Wir halten an, plaudern mit den beiden Polizisten die hier stehen und geniessen die Aussicht auf die Vulkane «Santa Ana», «Izalco» die Landschaft und die Kaffeeplantagen, die alle auf etwa gleicher Meereshöhe liegen.

Auch hier winken sie uns zu, Daumen hoch und haben Freude an unserem Oldie. Als wir wieder einmal eine Stadt passieren, überholt uns ein PW, ein Fahrer und ein Kind auf dem Rücksitz, hupt, winkt und fährt vor uns rechts ran. Wir halten ebenfalls an. Die beiden steigen aus und er freut sich hier Schweizer zu sehen. Er stellt sich als Pastor vor, stellt seine Tochter vor und meint sie spreche englisch. Wir verständigen uns schlussendlich mal in Spanisch mal in Englisch. Der gute Mann ist Pastor, schwärmt von der Schweiz, schenkt uns einen Biebelkalender aus derselben und betet für uns und eine sichere Reise. Er sammelt Münzen und so wechseln unsere letzten Räppler, ein kleines Taschenmesserchen mit Schweizerkreuz und ein Schweizerfähnchen für die Kleine, den Besitzer. Er meint noch wir sollten vorsichtig sein, im ganzen Land gebe es schlechte Menschen und wenn jemand winkt, sollten wir nicht anhalten – genau so haben wir uns das vorgestellt.
Ein riesen Stau vor San Salvador hat uns viel Zeit gekostet und so kommen wir nicht vorwärts. Es
wird bereits wieder dunkel und so halten wir Ausschau nach einem geeigneten Platz. Als wir das Restaurant «La Joya» passieren sehen wir einen grossen Parkplatz daneben. Der passt, anhalten und zurückfahren. Der Portier vor der Durchfahrt zum Restaurant winkt uns zu, also fahren wir bis zu ihm und halten an. Die ganze Durchfahrt ist mit bunten Ballonen geschmückt. Er meint wir können problemlos über Nacht bleiben, es kostet nichts, Strom können wir auch haben und heute Abend feiern sie das 19-jährige Bestehen des Restaurants. Es werde sicher lustig. Hört sich gut an. Ich möchte durch das grosse Tor auf der anderen Seite, aber wer
will mich unbedingt durch die niedere Einfahrt mit den Ballonen winken, also fahre ich und prompt knallt es drei Mal, jetzt wissen Alle dass wir kommen und entsprechend gross ist der Menschenauflauf bei der Theke.
Wir richten uns ein, sitzen anschliessend ins Restaurant und warten gespannt was passiert. Die Beiz hat einen grossen Kinderspielplatz, viele, gemütliche Sitzplätze um den Pool und dahinter ist die Bühne aufgebaut. Noch weiter hinten sind zwei Cabanas zum Mieten.
Jetzt bewegt sich ein untersetzter, rundlicher Herr Richtung Bühne, schmeisst, den mitten auf der Bühne platzierten Laptop an und nach einer kurzen Ansprache beginnt er zur abgespielten Musik zu singen – wow, was für eine Stimme. Die unterschiedlichsten Lieder, eines nach dem andern werden abgelesen und folgen ohne Pause. Dann wieder eine Ansprache und schlussendlich singt noch seine Kleine. Die ist sehr selbstsicher und ganz versessen aufs Auftreten. Dementsprechend ist sie gekleidet und sitzen die Posen. Das Micro hält sie wie eine professionelle Sängerin, einzig an der Stimme müssen sie noch etwas arbeiten, aber sonst super.
Ein paar Ansprachen und Lieder später, es ist bereits schwarze Nacht, wird ein grosses Feuer angezündet. Die Bedeutung ist uns unklar, aber die Leute haben grosse Freude daran, speziell das Personal ist gerührt. Noch ein paar Gesangseinlagen und dann starten diverse bunte Heissluftballone
in die windige Nacht. Die einen fackeln nach kurzer Zeit ab und gehen teilweise direkt neben der Beiz nieder, andere wiederum fliegen so weit, bis wir sie nicht mehr sehen können.
Inzwischen ist die Stimmung gut, die Leute locker drauf und alle wollen Karaoke singen. Wie überall, hat es auch hier diejenigen, bei denen der Drink im Glas gefriert. Aber zu unserem Erstaunen hat es gewaltige Stimmen darunter, die auch unglaublich viele verschiedenen Songs, Solo oder im Duett, hervorragend präsentieren. Dass ist wiederum eine Wohltat für die Ohren und das Gemüt. Die Salvadorianer / innen, sind offensichtlich ein Volk von Sängern – super!


El Triunfo (El Salvador) – Choluteca (Honduras)
Heute Morgen erfahren wir, weshalb nicht so viele Gäste beim 19-jährigen Jubiläum des «La Joya» anwesend waren. In «El Salvador» wurde das Weihnachtsgeld gestrichen und so bleiben vor allem die lokalen Gäste aus.
Wir haben das Problem, dass wir Geld beziehen sollten, aber aus Sicherheitsgründen wurden an alle Bankomaten die Bezüge für ausländische Touristen gesperrt und in den Banken steht man stundenlang an. Also machen wir uns mit wenig Barem auf zur Grenze.
Die Strassenverhältnisse sind miserabel. Überall riesige Löcher und in den Baumallen ist das Licht., Schattenspiel so schlecht, dass man die Löcher kaum sieht – sehr anstrengend zum Fahren.
An der Grenze das übliche Chaos, Geld wechseln und heute lassen wir uns dummerweise auf einen hiesigen «Helfer» ein. Wir sind zwar in der Rekordzeit von 1.5 Stunden durch den Zoll, aber Gott sei Dank hatten wir nicht so viel Bares, sonst hätte er uns noch mehr abgezockt, so können wir ein halbwegs gutes Geschäft machen. Dies ist bei weitem der bisher miserabelste Zoll gewesen.
Die Strassenverhältnisse werden auch nicht besser und so fahren wir noch bis «Choluteca», wo wir beim Hotel «Qualiqueme» einen ruhigen Stellplatz finden.
Heute sind wir geschafft, nach einem Drink und einem kleinen Nachtessen fallen wir müde ins Bett.



Choluteca (Honduras) – León (Nicaragua)
Ein Boy und ein Girl haben es sich auf einer Wolldecke neben unserem WOMO bequem gemacht. Wie sie uns sehen, fragen sie, ob sie ein Foto machen dürfen und ob wir aus der Schweiz kommen.
Klar doch, dürfen sie. Wir laden sie ein rein zu schauen und eh wir uns versehen, steht die Kleine schon vor dem Spiegel und richtet sich die Frisur. Er frag nochmals ob er auch hier fotografieren dürfe. Ein ja, das Girl nicht scheu, sitzt schon auf der Bank und posiert. So schnell kommt man in Honduras zu einem Fotoshooting. Sie bedanken sich noch vielmals, schiessen noch ein paar Fotos um unseren Kleinen rum und ziehen von dannen.
Und weiter geht die holprige Fahrt, quer durch Honduras bis zur Grenze von Nicaragua. Nach der schlechten Erfahrung an der letzten Grenze, haben wir beschlossen alles selber zu machen. Und siehe da, das Ab- und Anmelden verläuft einwandfrei, die lokalen Beamten oder auch die Trucker helfen uns den richtigen Weg zu finden – super, man muss nur mit den richtigen Leuten reden.
Die Weiterfahrt auf den Strassen von Nicaragua ist eine Wohltat. Sie sind in einwandfreiem Zustand und überall ist es sauber und gepflegt. Auch Landschaftlich hat dieses Land einiges zu bieten.

Wir fahren bis «León», wo wir für die Nacht, bei einer der drei «Bombero-Stationen» (Feuerwehr-Depot) unterkommen. Es ist verrückt, hier stehen Feuerwehr- und Sanitätsfahrzeuge aus Kanada (Hauptsponsor), Amerika, Spanien und auch der alte Mercedes Benz aus Hamburg steht hier. Auf diesem Fahrzeug hatte ich meine erste Feuerwehr-Fahrschule mit Hans Kappeler – schöne Erinnerungen.
Die Feuerwehr bekommt hier ein wenig Geld vom Gouverneur, verdient mit dem Vermieten von Parkplätzen einen Zusatzbatzen und wird vor allem mit den Donationen aus anderen Staaten am Leben gehalten – eine verrückte Welt.
Es gibt drei Brandwachen in «León», dieselben haben 15 Feuerwehrfahrzeuge die mehr oder weniger funktionieren und fünf Sanitätsfahrzeuge, wovon zwei Einsatzfähig sind. Ein grosses Problem ist jeweils die Beschaffung von Ersatzteilen. Das zweite Problem sind die unterschiedlichen Schlauchkupplungen und Systeme. Dies sind alles «Volunteer Bomberos» (Freiwillige Feuerwehr). Sie leben vier Tage auf der Brandwache und gehen dann für drei Tage nach Hause. Hut ab vor so viel Engagement.
Heute schlafen wir ruhig und sicher, auch musste ich auf keinen Einsatz – Glück gehabt.
Hätte mich allerdings schon gereizt, hier einmal dabei zu sein.